Mit einem Experiment im Gewichtstrend testen, was wirkt

2026-10-04 Experimente Marker Trendgewicht Auswertung

Vor drei Wochen hast du angefangen, nach dem Abendessen 20 Minuten zu gehen. Die Waage zeigt heute 0,6 kg weniger als damals, aber dazwischen lagen Tage mit plus 1 kg und Tage mit minus 0,8 kg. Ob der Spaziergang etwas gebracht hat, lässt sich an diesen Tageswerten nicht ablesen.

Dafür gibt es in Trendcurve Experimente und Marker. Du hältst fest, wann eine Änderung begonnen hat und wie lange sie läuft. Die App vergleicht danach die Wochenrate deines Trendgewichts vor, während und nach dieser Phase. Das Anlegen ist kostenlos, die Vorher-Nachher-Auswertung gehört zu Pro.

Marker und Experiment: zwei Arten von Einträgen

Ein Marker ist ein einzelner Tag mit Etikett: Du hast mit einem Medikament begonnen, bist in den Urlaub gefahren, hast die Ernährung umgestellt. Er erscheint im Chart als Linie. Ein Experiment hat zusätzlich ein Ende. Es erscheint als getöntes Band über dem Zeitraum, in dem du die Änderung durchgehalten hast.

Jeder Eintrag hat einen Typ: Ernährung, Bewegung, Alkohol, Medikament, Dosis, Reise oder Sonstiges. Zu jedem Typ bietet die App Vorschläge für die Bezeichnung an, etwa "Spaziergang nach dem Abendessen" unter Bewegung. Du kannst die Bezeichnung frei überschreiben und eine Notiz ergänzen. Marker aus älteren App-Versionen gelten als Typ "Sonstiges".

So legst du ein Experiment an

Öffne "Einstellungen & mehr" und dort "Experimente und Marker". Beim Anlegen wählst du den Typ und die Bezeichnung, den Starttag, optional eine Laufzeit (2, 4 oder 8 Wochen oder ein eigenes Enddatum) und optional eine Notiz. Ohne Laufzeit entsteht ein Marker. Auf der Karte "Experimente" im Tab Analyse siehst du laufende Experimente mit Fortschritt, zum Beispiel "Tag 12 von 28". Im Verlauf stehen Messungen, Marker und Experimente zusammen, jeweils mit einem Symbol für den Typ.

Am Morgen nach dem Enddatum schickt Trendcurve eine lokale Mitteilung, sofern du Mitteilungen erlaubt hast. Du kannst sie unter Erinnerungen ausschalten. Beim nächsten Öffnen erscheint die Ergebnis-Karte.

So liest du das Ergebnis im Trend

Die Auswertung rechnet nicht mit Tageswerten. Sie nimmt die Wochenrate des Trendgewichts, also die Steigung der geglätteten Kurve. Warum diese Kurve stabiler ist als jede einzelne Messung, steht in Trendgewicht statt Tageswert.

Die Karte teilt die Zeit in drei Abschnitte. Vorher sind die 28 Tage vor dem Start. Während ist die Laufzeit, höchstens 56 Tage; bei einem Marker ohne Ende zählen bis zu 28 Tage nach dem Start. Danach beginnt am Enddatum und gibt es nur bei Experimenten mit Laufzeit.

Ein Beispiel. Du gehst vier Wochen lang jeden Abend spazieren und legst ein Experiment vom Typ Bewegung mit 4 Wochen Laufzeit an. Die Karte zeigt:

Abschnitt Wochenrate des Trends
Vorher (28 Tage) minus 0,1 kg
Während (28 Tage) minus 0,4 kg
Danach (14 Tage) minus 0,2 kg

Dein Trend ist während der Spaziergänge um 0,3 kg pro Woche schneller gefallen als davor. Nach dem Ende hat sich die Rate halb zurückgebildet. Das passt zu einem Effekt der Änderung, beweist ihn aber nicht. Über vier Wochen sind das gut 1 kg Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Tempo.

Wenn die Datenlage nicht reicht, rechnet die App nichts aus. Jeder Abschnitt braucht mindestens 7 Tage Länge und mindestens 4 Tage mit Messung. Fehlt etwas, nennt die Karte die fehlende Menge, Wer in der Vorher-Phase nur zweimal gewogen hat, bekommt also keine scheinbar genaue Zahl, sondern den Hinweis, was fehlt.

Das heißt für die Praxis: Wiege dich schon in den 4 Wochen vor einem geplanten Experiment mehrmals pro Woche. Warum Tageswerte dabei so stark schwanken und warum das normal ist, erklärt Warum dein Gewicht täglich schwankt.

Was die Auswertung nicht leisten kann

Auf der Ergebnis-Karte steht fest der Hinweis "Zusammenhang, keine Ursache". Er beschreibt genau, was berechnet wird. Die App sieht, dass sich die Rate nach deinem Start geändert hat. Sie sieht nicht, warum.

Eine Änderung im Trend muss nicht von deiner Maßnahme stammen. Vielleicht hast du in derselben Woche auch anders gegessen oder geschlafen. Vielleicht war die Vorher-Phase ungewöhnlich, etwa nach einem Urlaub oder einer Feier. Die Rate verändert sich ohnehin über die Zeit, und bei einem kurzen Zeitraum können ein paar Tage mit Wassereinlagerung die Steigung verschieben.

Ändere deshalb pro Experiment möglichst nur eine Sache und lass sie mindestens 2 Wochen laufen. Für Typen wie Medikament und Dosis gilt: Die App gibt keine Empfehlungen und ist kein Medizinprodukt. Fragen zu Medikamenten oder Dosierungen gehören zu deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auf dem Teilen-Bild und in der Mitteilung steht bei diesen beiden Typen nur "Experiment", ohne Bezeichnung.

Ein einzelnes Experiment liefert einen Hinweis, keinen Beleg. Wenn du dieselbe Änderung später ein zweites Mal prüfst und die Rate wieder steigt, wird der Hinweis belastbarer.

Was kostenlos ist und was zu Pro gehört

Seit Version 1.5.0 kannst du Experimente und Marker ohne Pro anlegen. Vorher war das eine Pro-Funktion.

Funktion Free Pro
Experimente und Marker anlegen (Typ, Laufzeit, Notiz) ja ja
Band und Linie im Chart, Eintrag im Verlauf ja ja
Mitteilung zum Experiment-Ende ja ja
Vorher-Nachher-Auswertung und Ergebnis-Karte nein ja
Schalter "Trend neu starten" beim Anlegen nein ja

Der Monatsbericht, ebenfalls Pro, nennt abgeschlossene Experimente des Monats.

Teilen ist seit 1.5.0 kostenlos. Ein Experiment-Ergebnis lässt sich aber nur teilen, wenn die Auswertung sichtbar ist, und die gehört zu Pro. Das Bild trägt trendcurve.app. Mit dem Pro-Schalter "Trend neu starten" legst du beim Anlegen fest, dass der Trend ab dem Experiment neu beginnt.

Wenn du morgen ein Experiment starten willst, lege es heute an: Wähle den Typ, setze den Starttag auf morgen und wähle 4 Wochen. Wiege dich ab jetzt mindestens an vier Tagen pro Woche, damit die Vorher-Phase gefüllt ist. Die 28 Tage zählen rückwärts ab dem Starttag, und Messungen aus den Wochen davor werden mitgenutzt, sofern sie in der App stehen.